Görlitz-Tourist
Peterskirche mit Altstadtbrücke

Peterskirche

Die Peterskirche und ihre Sonnenorgel

Der Blick von der Altstadtbrücke auf das westliche Ufer der Neiße ist eines der schönsten und beliebtesten Fotomotive in Görlitz. Erhaben thront die Peterskirche über dem Fluss. 84 Meter ragen ihre hellen markanten Türme in die Höhe. Sie prägen die Stadtsilhouette und sind weithin sichtbar. Der Innenraum des mächtigen Bauwerkes misst 72 Meter in der Länge, 39 Meter in der Breite sowie 24 Meter in der Höhe. Damit zählt St. Peter und Paul zu den größten spätgotischen Hallenkirchen in Sachsen.

An der Stelle des jetzigen Baus stand einst eine spätromanische Kirche, die 1298 erstmals erwähnt wurde. Davon erhalten ist der Westriegel aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Ihm vorgesetzt ist ein Portal mit reichem ornamentalen und figürlichen Schmuck.

Die heutige spätgotische Kirche entstand etwa ab 1410 bis 1497 in mehreren Etappen von West nach Ost. Auch Conrad Pflüger, einer der bedeutendsten Architekten der Spätgotik in Sachsen, wirkte am Bau der fünfschiffigen Hallenkirche mit.

1454 beeinträchtige ein Zwischenfall die Arbeiten: nach anhaltenden Regengüssen rutschte der östliche Hang ab. Kostspielige Stützkonstruktionen mussten daraufhin errichtet werden, die noch heute die Stadtmauer hinter dem Kirchenchor tragen. Die Kupferdeckung des Kirchendachs stammt aus der Zeit von 1509 bis 1515. Zwischen 1890 und 1892 wurden die spitzen Türme errichtet. Während der Restaurierung von 2002 bis 2004 erhielten sie ihren heute hell strahlenden Putz.

Das Innere mit dem feingliedrigen Aufbau der Pfeiler unter grazilen Gewölben gilt als einer der schönsten Räume der deutschen Spätgotik. Da ein Brand 1691 neben dem Dachstuhl auch die gesamte Innenausstattung vernichtete, stammt die heutige Ausstattung der Hauptkirche aus der Zeit des Barock.

Der Dresdner Bildhauer George Heermann schuf 1695 den monumentalen Hochaltar. Die Abbildung darauf zeigt die Himmelfahrt Christi. Zum Kircheninventar gehören außerdem die vergoldete Kanzel aus Sandstein von 1693, das um 1700 geschnitzte Ratsgestühl sowie mehrere barocke Epitaphien und Beichtstühle.

Höchst eindrucksvoll wirkt die Krypta, die den konstruktiven Unterbau für den Chor der Peterskirche bildete. Optisch reizvoll erscheint das sternförmige Springgewölbe der spätgotischen Georgenkapelle, die im Winter auch für Gottesdienste genutzt wird.

 
Die Orgel der Peterskirche

Ein besonderer Blickfang auf der Westempore ist die Sonnenorgel. Ursprünglich schuf der italienische Orgelbauer Eugenio Casparini (1623 – 1706) das prunkvolle Instrument. Das Orgelprospekt - ein Werk von Johann Conrad Buchau - zieren strahlenförmig angeordnete Pfeifen mit Sonnen in der Mitte. Sie gaben der Görlitzer Orgel ihren Namen und machen sie weltweit einmalig.

1703 geweiht, schmückte die Sonnenorgel bis 1927 die Peterskirche. Nach zahlreichen Reparaturen und Veränderungen wurde das Instrument durch eine elektro-pneumatische Orgel der Frankfurter Firma Sauer ersetzt. Diese erwies sich jedoch als äußerst störanfällig und wurde 1979 wieder ausgebaut.

Damals gab es bereits Pläne für einen Neubau der Sonnenorgel. Realisiert werden konnten sie jedoch erst nach der politischen Wende. Die neue moderne Orgel mit 88 Registern erklang erstmals bei einem Festkonzert im Juni 2006. Beim Neubau des Instrumentes fanden auch original erhalten gebliebene Teil der legendären Vorgängerin Verwendung, darunter das geschnitzte Gehäuse und ein hölzernes Register mit dem klangvollen Namen "Onda maris" (Meereswelle).

 

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