Görlitz-Tourist
Der Nikolaizwinger in Görlitz

Zwinger

Der Nikolaizwinger in Görlitz

Die mittelalterliche Stadtmauer, die Görlitz in einer doppelten Umgrenzung einschloss, ermöglichte Einlass durch insgesamt fünf Stadttore. Sie wurde im Zuge der Stadterweiterung zu weiten Teilen im 19. Jahrhundert abgebrochen. Neben dem Nikolaiturm am ehemals nördlichen Zugang zur Stadt, findet sich mit dem Nikolaizwinger einer der noch erhaltenen Abschnitte. Bis 1490 stellten die Görlitzer Tuchmacher ihre Rähmen zwischen den unterschiedlich hohen Mauern auf. Handwerkliche Tätigkeiten wie Zimmerarbeiten und Glockengießen, wurden ausgeübt. Heute meint man, im Zwinger in einer kleinen Oase inmitten des Stadtlebens angekommen zu sein. Der Weg führt bis zur Peterskirche und bietet insbesondere in der warmen Jahreszeit eine ruhige und lauschige Atmosphäre zwischen den geschichtsträchtigen Mauern. Henry Kraft, ein Görlitzer Gartenarchitekt, gab vor knapp 70 Jahren der gepflegten Anlage ihr gegenwärtiges Gesicht, die mit der Vielfalt an Bepflanzungen ein harmonisches Gesamtbild entstehen lässt.

Alljährlich am letzten Augustwochenende findet das traditionelle Görlitzer Altstadtfest statt. Dann zieht mit einer Gruppe Mittelalteranhänger auch wieder Leben in den Nikolaizwinger ein mit Dudelsack, Trommel und Gesang, altem Handwerk, Lagerfeuer, deftigen Speisen, Schwertkampf und vielem anderen mehr.

Am Ende des Zwingers erhebt sich über der Befestigung und unmittelbar neben der Peterskirche mit dem Vogtshof ein weiterer dominanter Bau. Historiker sind sich darüber einig, dass sich an dieser Stelle der Burgberg befand. Dort residierten der Landesvogt sowie Beamte des Landesherrn, nachdem Görlitz in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts Verwaltungssitz für die östliche Oberlausitz geworden war. 1456 zerstörte ein Stadtbrand das Gebäude. Während der folgenden Jahrhunderte gab es mehrere Eigentümerwechsel. Die errichteten Bauten wurden unterschiedlichen Bestimmungen zugeführt - für Verwaltung und Gericht, später Militär und Justiz. Heute bewohnen Studenten das zeitgemäß umgestaltete Gebäudeensemble.

Die in Teilen erhaltenen Mauerreste entlang der Peterskirche eröffnen von verschiedenen Stellen aus reizvolle Motive auf beide Uferseiten der Neiße, wobei die östliche bereits zum polnischen Zgorzelec gehört.

 

Mit Görlitz-Tourist sehen Sie den Nikolaizwinger während der Stadtführungen: