Görlitz-Tourist
Portal der Frauenkirche in Görlitz

Frauenkirche

Die Frauenkirche in Görlitz

Als Gründungsjahr der Frauenkirche wird das Jahr 1349 erwähnt. Etwa 20 Jahre später erhält die als Sühnekapelle erbaute Kirche den Namen „Unserer Frauen Kirche vor der Stadt“ in Verbindung mit Maria, der Schutzheiligen dieser Kirche. Der Vorgängerbau des heutigen Gotteshauses ist bildlich nicht überliefert. Er wurde 1429 in den Hussitenkriegen zerstört, ein Neubau im spätgotischen Stil entstand bis 1473. So ist die Kirche heute weitgehend erhalten.
In ihrer unmittelbaren Nähe befand sich ab 1483 das Hospital „Unserer lieben Frauen“, dessen Geschichte sich in unterschiedlicher Nutzung und mit baulichen Veränderungen bis 1863 fortsetzte. Und so diente die Kirche als Hospitalkirche, später und bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein auch als Friedhofskirche. Grabplatten an der südöstlichen äußeren Kirchenseite zeugen davon.

Drei große Stahlglocken im Kirchturm lassen seit dem 1. Advent 1923 das Geläut erklingen, nachdem die Bronzeglocken im ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurden.

Betritt man den Kirchraum, so geschieht dies durch das reich verzierte, von bewundernswerter Detailvielfalt geprägte spätgotische Hauptportal über dem ein filigran gearbeitetes eindrucksvolles Maßwerkfester zu sehen ist. Über der prächtigen Bekrönung des Doppelportals fällt der Blick auf die Figur der Maria, die einer Botschaft des Engels Gabriel lauscht.

Eine meisterhafte Schmuckgestaltung aus Sandstein prägt die Brüstung der Orgelempore über der Vorhalle des Haupteinganges. Auffallend im Netzgewölbe des Hauptschiffes der Kirche sind 11 farbige Schlusssteine, die Begebenheiten aus dem Leben der Maria darstellen. Vier weitere markante Schlusssteine im lichtdurchfluteten Chorraum beziehen sich auf die Evangelisten und bilden deren Symbole ab.

Durch zwei Renovierungen im 19. Jahrhunderts wurde die Kirche erheblich umgestaltet. Sie erhielt ihre heutige Innenraumausstattung mit seitlichen Emporen, Bänken, Altaraufsatz, Kanzel und Taufstein im neogotischen Stil. In der Verantwortung eines regionalen Orgelbauers entstand in den Jahren 1976/77 die nun erklingende Orgel. Das Instrument verfügt über 34 Register und mehr als 2300 Pfeifen. Eine umfassende Innen- und Außenrenovierung lässt das das Gebäude seit 2012 wieder hell und freundlich erstrahlen.

Die Frauenkirche besitzt den ältesten Kirchendachstuhl in Görlitz. Öffentliche Führungen werden angeboten (bitte zuvor zeitliche Informationen einholen).

Als erste Görlitzer Kirche öffnete die Frauenkirche 1989 die Türen für die Friedensgebete während der friedlichen Revolution.

Einst stand die jüngste der vorreformatorischen Kirchen vor der Stadtmauer. Der Wandel der Zeiten hat es mit sich gebracht, dass sie seit der Stadterweiterung im 19. Jahrhundert zwischen dem mittelalterlich und dem gründerzeitlich geprägten Stadtgebiet und inzwischen auch inmitten einer pulsierenden Lebens- und Geschäftsader ihren Platz hat. Mit der Mittagsrast um 12 Uhr - einer von Montag bis Samstag in den Monaten Mai bis Oktober stattfindenden Andacht - gibt es das Angebot für Gäste und Görlitzer, eine Zeit der Stille und des Innehaltens wahrzunehmen.

 

Mit Görlitz-Tourist sehen Sie die Frauenkirche während der Stadtführungen: