Görlitz-Tourist
Der Untermarkt in Görlitz

Untermarkt

Der Untermarkt in Görlitz

Der Untermarkt gilt als Hauptmarkt in der Görlitzer Altstadt. Bauten der Spätgotik, der Renaissance und des Barock säumen den großen, annähernd quadratischen Platz. Die prächtigen eindrucksvollen Denkmale zeugen vom Reichtum seiner früheren Bewohner und vom einstigen Ratsherrenstolz. Der 60 Meter hohe Turm des Rathauses an der Westseite überragt das repräsentative Ensemble.

Der ringförmige Untermarkt wurde in der Tradition schlesischer und böhmischer Marktanlagen erbaut. Typisch daran ist ein Häuserkomplex in der Mitte des Platzes, der „Zeile“ heißt oder historisch als „Mittelzeil“ bezeichnet wurde. Ein weiteres Kennzeichen sind die offenen Erdgeschosse der Häuser an den Platzrändern. Diese Laubengänge dienten dem Verkauf auf dem Markt, der aufgrund seiner charakteristischen Bebauung auch „Ring“ genannt wurde. In Görlitz sind an der Ostseite die „Hirschläuben“, an der Südseite die „Baumläuben“ oder „Langen Läuben“ erhalten. Die früheren „Pilzlauben“ an der Westseite wurden dagegen um 1900 abgerissen. Sie wichen dem Erweiterungsbau des Rathauses. Landwirte versammelten sich an Verkaufstagen auf der Nordseite des Untermarktes, um ihre Waren anzupreisen. Hölzerne Marktstände vor den geschlossenen Häuserfronten gab es dort noch im 19. Jahrhundert. Den südlichen Teil des Platzes bevölkerten Handwerker. Erst im Jahr 1864 wechselte der Standort des Wochenmarktes auf die Elisabethstraße.



Die Bebauung am Untermarkt

An der Nordseite der „Zeile“ befanden sich ebenfalls offene Lauben, die im 18. Jahrhundert durch den barocken Bau des "Neuen Kaufhauses“ ersetzt wurden. In der Börse versammelten sich Kaufleute wöchentlich zu Konventen. Der Bildhauer Caspar Gottlob von Rodewitz schuf 1714 das reich verzierte Portal des Gebäudes. Ab 1784 war es Sitz der Milichschen Bibliothek - einer Bibliothek, die der Schweidnitzer Advokat Johann Gottlieb Millich stiftete und die das Kulturhistorische Museum der Stadt heute aufbewahrt. Zwischen 1822 und 1865 diente die Börse als Gericht. Heute dürfen sich darin Hotelgäste einquartieren.

Am östlichen Ende der „Zeile“ steht die ehemalige Stadtwaage. Nachdem Görlitz von Herzog Johann 1384 das Waage-Privileg erhalten hatte, wurden darin die geeichten Waagen, Gewichte und Maße aufbewahrt, mit denen Waren gewogen und gemessen wurden. Den Prunkbau mit einer umlaufenden Reihe vorgestellter Säulen schmücken Porträtköpfe wichtiger Persönlichkeiten, etwa des Baumeisters Jonas Roskopf mit Zirkel, des Maurermeisters Elias Ebermann mit Kelle sowie des Waagemeisters Andreas Wert mit einem Gewicht.

Das Rathaus ist ein Ensemble von Bauten aus verschiedenen Entstehungszeiten. Am Untermarkt erstreckt es sich entlang der gesamten Westseite bis zur Brüderstraße. An dieser Stelle wurde erstmals 1369 ein Rathaus erwähnt. Der quadratische Teil des Turms stammt aus der Romanik. Stadtwerkmeister Alfred Stieglitzer setzte diesem zwischen 1511 und 1516 einen achteckigen Überbau auf, den eine barocke Haube krönt.

Am historischen Teil des Rathauses führt eine Freitreppe zur Verkündigungskanzel. Der Aufgang schwingt sich um eine reich verzierte Säule. Darauf thront Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit, als steinernes Standbild.

Gegenüber der Rathaustreppe steht der 1525 erbaute Schönhof für Besucher offen. Das älteste Renaissancebürgerhaus nördlich der Alpen birgt heute das Schlesische Museum zu Görlitz. Seine Verwaltung ist nur zwei Häuser weiter im früheren Gasthof "Goldener Baum" untergebracht. Dieses Hallenhaus am Untermarkt beeindruckt durch einen großen Lichthof.

Zu weiteren architektonischen Besonderheiten an diesem Platz gehören der Flüsterbogen gegenüber der Börse, die „Ratsapotheke“ an der Ecke zur Petersstraße und der "Braune Hirsch“ - ein weitläufiger Bau mit barocken Formen von 1722.

Der Neptunbrunnen - 1756 von Steinmetz Johann Georg Mattausch geschaffen - schmückt die südliche Seite des Untermarktes. Der Gott des Wassers war seit dem 16. Jahrhundert ein beliebtes Thema für repräsentative städtische Brunnen. Zu Füßen des Neptuns in Görlitz liegt ein Fisch, der Wasser speit. Der Görlitzer Untermarkt ist alljährlich im Dezember Kulisse für den Schlesischen Christkindelmarkt. Auch zu anderen Anlässen in der Neißestadt gehört er zu den zentralen Veranstaltungsplätzen, etwa während des Internationalen Straßentheaterfestivals ViaThea oder zum Görlitzer Altstadtfest. 

 

Mit Görlitz-Tourist erleben Sie den Untermarkt während der Stadtführungen: