Görlitz-Tourist
Dreifaltigkeitskirche auf dem Obermarkt in Görlitz

Dreifaltigkeitskirche

Dreifaltigkeitskirche Görlitz

Bis ins 13. Jahrhundert reichen die Anfänge der Dreifaltigkeitskirche in Görlitz zurück. Weshalb das Gotteshaus noch lange Zeit Mönchskirche genannt wurde und ihr langer spitzer Turm bis heute „Mönch“ heißt, erklärt sich aus der wechselvollen Geschichte:

Dreifaltigkeitskirche - Motiv: Alexander RoemischFranziskanermönche begannen 1234 vor den Toren der Stadt mit dem Bau eines Klosters und der dazugehörigen Kirche. Am 21. August 1245 weihte Bischof Konrad von Meißen den Sakralbau zu Ehren der Heiligen Jungfrau und Franziskus von Assisi.

Nach der Reformation übergab der letzte Mönch, Urban von Weißbach, Kloster und Kirche 1564 an die Stadt Görlitz. Damit war der Auftrag verbunden, eine Schule darin einzurichten. Ein Jahr später öffnete das Gymnasium in dem verlassenen Kloster. Die alten Gebäude wurden 1854 abgerissen. An ihrer Stelle entstand ein neogotischer Schulbau: das Gymnasium Augustum, heute eines von zwei Häusern des Augustum-Annen-Gymnasiums.

1568 hörten die Gläubigen die erste evangelische Predigt in der früheren Klosterkirche. 1712 bekam das Gotteshaus seine eigene Parochie, einen abgegrenzten Pfarrbezirk innerhalb der Kirchengemeinde. Der erste evangelische Pfarrer Melchior Scheffler war zugleich Seelsorger für das benachbarte Gymnasium.

Nach dreijähriger Restaurierung wurde die Kirche 1715 zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Seit dieser Zeit trägt das Gotteshaus seinen heutigen Namen.

Architektonisch ist im Kirchenraum nach wie vor die Einfachheit zu erkennen, mit der die Franziskanermönche den seinerzeit herrschenden Ordensregeln folgten. Zwischen den Jahren 1371 und 1381 erweiterten sie die im spätromanischen Stil erbaute Apsis durch einen gotischen Chor. Damals entstand auch der Glockenturm, der die Dreifaltigkeitskirche bis heute prägt.

Den Innenraum des Gotteshauses schmückt ein barocker Hochaltar von 1713. Das Werk von Caspar Gottlob von Rodewitz zeigt im Mittelteil das Motiv "Christi Gebet im Garten Gethsemane". Den Altaraufsatz krönt eine Szene mit Gott Vater, den Engel umgeben. Als Symbolgestalt des Heiligen Geistes ist darüber eine Taube zu erkennen, die aus einem goldenen Strahlenkranz empor fliegt.

Im Chor, dem ältesten gotischen Bauwerk in der Stadt, ist noch das Mönchsgestühl von 1480 erhalten. Lateinische Inschriften erzählen die Geschichte des Franziskanerordens. Jeder Sitz ist mit unterschiedlichen Verzierungen versehen.

In der Barbarakapelle ist die "Goldene Maria", der schönste spätgotische Flügelaltar der Oberlausitz, aufgestellt. Das Werk eines unbekannten Meisters entstand um 1500. Der zweifach wandelbare Flügelaltar besteht aus einem Mittelschrein mit der Maria als zentraler Figur sowie zwei inneren und zwei äußeren Klappflügeln mit Szenen aus der Passionsgeschichte. Auf den Tafeln des Altars sind insgesamt etwa 100 Einzelpersonen zu erkennen. Diese Kunstwerk war ursprünglich der Hauptaltar der Franziskanerkirche.

Zur Ausstattung der Kapelle gehört weiterhin eine spätgotische Figurengruppe, die der berühmte Bildhauer Hans Olmützer 1493 schuf. Georg Emmerich, ein reicher Kaufmann und Bürgermeister der Stadt, soll die Skulpturen gestiftet haben. Die Szene stellt die Grablegung und Beweinung Christi dar.

Im Hauptschiff ist die Kanzel von 1670 besonders sehenswert. Die hervorragende Kunstschreinerarbeit aus der Spätrenaissance schmücken Abbildungen der 12 Apostel. Die 1873 gebaute Orgel stammt aus der Werkstatt von Ladegast.

Die Dreifaltigkeitskirche in Görlitz gehört heute zur evangelischen Innenstadtgemeinde.

 

Mit Görlitz-Tourist sehen Sie die Dreifaltigkeitskirche während der Stadtführungen: