Görlitz-Tourist
Lesehalle Stadtbibliothek

Lesehalle - Stadtbibliothek

Unter der Bezeichnung „Volksbücherei und Lesehalle“ wurde ab 1905 in Görlitz eine großzügige städtische Bibliothek eingerichtet, die als Nachfolger einer zuvor ehrenamtlich geführten, durchaus auch größer zu nennenden Volksbibliothek, betrachtet werden kann.

Im Zuge gesellschaftlicher Umgestaltungen und Entwicklungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die auch die Bücherhallenbewegung hervorbrachten, entstand im Gebiet der gründerzeitlichen Stadterweiterung ein architektonisch bemerkenswerter und gleichzeitig zweckmäßiger Bau auf einem erweiterungsfähigen Grundstück. Ein hoher Anspruch hinsichtlich der räumlichen und konzeptionellen Ausrichtung aber auch mit klaren Ideen zur inhaltlichen und finanziellen Ausstattung sowie zu einer hauptamtlichen fachlichen Leitung begleitete die Planung. Erklärtes Ziel war es, unabhängig von sozialer Herkunft und finanziellen Mitteln, möglichst allen Bevölkerungsschichten umfassend den Zugang zu Bildung, Wissen und Lesefertigkeiten zu ermöglichen, einhergehend mit dem Bemühen, Klassenunterschiede zu minimieren und auszugleichen.

Bau und Erstausstattung wurden durch eine Stiftung und Spenden des Geheimen Kommerzienrates Otto Müller auf den Weg gebracht. Mit 1311 Lesern, einem Buchbestand von 2400 Bänden und 150 Leseplätzen nahm die Volksbücherei ihre Arbeit auf. Es folgte die Einrichtung einer Kinderbuchabteilung im Jahre 1913 sowie eines Jugendlesesaales zwei Jahre später. Mit einer grundlegenden Sanierung in den Jahren 2007-2009 konnte die Görlitzer Stadtbibliothek um einen ebenso zeitgemäßen wie baulich gelungenen Gebäudekomplex erweitert werden.

Das heute moderne Informations- und Kommunikationszentrum mit einem sich über zwei Etagen aufbauenden „begehbaren Bücherregal“, besitzt im historischen Gebäude des Gesamtensembles eine 280 qm großen Lesehalle, die neben ihrer Größe zusätzlich durch ihr harmonisch ausgemaltes Tonnengewölbe beeindruckt. Ein gemaltes Stadtwappen von beträchtlichem Umfang bestimmt eine der beiden schmalen Seiten des Raumes. Die andere ist durch zwei zum Bestimmungsort passende große Ölgemälde geprägt. Eines lässt den Blick auf eine Klosterbibliothek fallen. Das andere stellt einen Lesesaal aus der Entstehungszeit der Görlitzer Bibliothek dar.

Die repräsentative Außenfassade mit einer grundsätzlich asymmetrischen Gestaltung wird geprägt von verschiedenen Schmuckelementen, einer Darstellung des Görlitzer Stadtwappens sowie dem Schriftzug „Volks Bücherei und Lese Halle“ in Jugendstilbuchstaben

 

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