Görlitz-Tourist

Viadukt

Der Viadukt in Görlitz

Unter dem Görlitzer Bürgermeister und späteren Oberbürgermeister Gottlob Ludwig Demiani, im Amt ab 1844, wurde der Umbau in eine neue moderne Stadt entscheidend auf den Weg gebracht. Dazu zählte auch der Ausbau des Schienennetzes, u.a. nach Schlesien für Reisende aus Richtung Dresden direkt durch Görlitz.
Mit dem Ziel, eine sächsisch-schlesische Verbindung als Anschluss an bereits bestehende Vernetzungen zu schaffen, begann 1844 von Dresden aus der Bau einer Eisenbahnstrecke nach Kohlfurt, heute Wegliniec. Für die damit notwendig werdende Querung der Neiße in Görlitz fiel im Zuge der Streckenkonzeption, hauptsächlich aus bautechnischen Gründen die Entscheidung, das tiefe Neißetal zu überbauen.

U.a. mit Granitgestein aus den Königshainer Bergen entstand in der Regie des Baumeisters und Unternehmers Gustav Kießler mit dem Neißeviadukt ein imposantes Bauwerk mit einer Gesamtlänge von 475,48 Metern, 30 Bögen und 35,15 Metern Höhenabstand zu der am tiefsten gelegenen Stelle des Tals. Vollendet wurde der Bau am 03. August 1847, der Eröffnungszug querte den Viadukt kurze Zeit später, am 01. September.
Zunächst noch eingleisig über die Brücke führend, wurde die Strecke 1860 zweigleisig ausgebaut. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Zielorte, wie Lauban und das Hirschberger Tal hinzu.

Am letzten Kriegstag des Zweiten Weltkrieges sprengten Wehrmachtstruppen die Brücke. Im Zuge der politischen Veränderungen und getroffener Abkommen wurde der Viadukt aufgebaut und 1957 als Eisenbahngrenzübergang wieder dem Verkehr übergeben.

Eine Fahrradtour auf dem Oder-Neiße-Radweg in Richtung Zittau, ein Spaziergang entlang der Neiße oder auch eine kleine Tour mit dem Ruder- oder Paddelboot mit Start an der nahegelegenen Obermühle eröffnen die Möglichkeit, inmitten fast unberührter Natur zwischen den eindrucksvollen Bögen hindurch zu laufen oder auch zu fahren und die mächtige Konstruktion mit dem Blick von unten nach oben zu betrachten.

 

Mit Görlitz-Tourist sehen Sie den Viadukt während der Stadtführungen: